Die Haltung eines Frettchens

Die Haltung von Frettchen

Da Frettchen schon seid über 2500 Jahren in menschlicher Obhut befinden, wundert es niemanden, dass diese bezaubernden Tiere auch als Haustier immer beliebter werden. Leider informieren sich nicht immer alle Frettchenhalter vor der Anschaffung dieser besonderen Tierart über deren Gewohnheiten und Vorlieben. Sollte der Wunsch nach einem (mind. zwei!) Frettchen immer größer werden, kann auch ein Besuch bei einer Frettchenhilfe (die es mittlerweile in fast jeder größeren Stadt gibt) oder im Tierheim sehr sinnvoll sein. Dort bekommt ihr Informationen über die Haltung von Frettchen und könnt euch die Tiere in Aktion ansehen. Gerade für unerfahrenen zukünftigen Tierhaltern ist dies sehr gut. Denn wie viele Frettchen werden jedes Jahr abgeben, wenn sie in die Geschlechtsreife kommen und daher die Kastration bevor steht. Der Geruch doch zu intensiv ist, die Tiere doch zu lebhaft sind und zu guter Letzt viel Zeit und Geld kosten.

Ernährung:
Da Frettchen keine Nager sind, sondern Raubtiere sollte ihre Ernährung sehr fleischhaltig sein. Die kleinen Kobolde sollten jeden Tag frisches Fleisch -mal gekocht und mal roh- bekommen. Hin und wieder bekommen die Frettchen zusammen etwas Katzenmilch. Auch Quark oder Hüttenkäse mit Honig versüßt wird gerne mal geschlabbert und die Krönung ist natürlich Eigelb.

Haltung:
Käfig:
Bei der Wohnungshaltung dieser agilen Kobolde sollte der Käfig für zwei Tiere mindesten eine Fläche von 2 bis 3 qm haben. Diese Fläche kann auf mehrere Etagen verteilt werden, deren Höhe 60 cm nicht unterschreiten sollte.Damit auch noch genügend Platz zum Spielen ist sollte vorher überlegt werden, wo Hängematten, Röhren, Schlafkiste, Klokiste und Wasser-/Futternapf hingestellt werden. Die Käfig-Innen-Größe sollte die Maßen von L 120 x T 75 x H 125 nicht unterschreiten.

Einstreu:
Der Einstreu sollte auf keinem Fall Holzspäne sein. Am besten ist ein Naturboden oder Sand. Bitte auch als Haupteinstreu kein Katzenstreu verwenden, da die kleinen Nasenbären sich sehr gerne kullern und das Fell durch das Katzenstreu verklebt wird.

Verhalten und Charakter:
Frettchen sind sehr lebhaft und agil. Sie lassen sich zum Teil erziehen, aber Unfug stellen sie immer an. Sie werden stubenrein, aber es kann im Eifer des Spiels immer mal etwas daneben gehen. Einige mögen auch das spazieren an der Leine nicht sonderlich. Sie powern durch die Wohnung (können auch draußen im Gehege gehalten werden) und nichts ist vor ihnen sicher. Also, wer gerne alles sehr ordentlich hat, seine Ruhe liebt und dazu noch wenig Zeit für den Freilauf (mind. 3 bis 4 Stunden täglich!) der Frettchen hat, sollte zum Wohle der Tiere auf Frettchen verzichten. Denn sobald die Frettchen einziehen ist es vorbei mit der Ruhe und der Ordnung und auch den ungesicherten Blumentöpfen.

Farbvariationen:
Iltisfrettchen:
Tier mit weißer, beige oder gelblicher Unterwolle und braunen bis schwarzen Grannen. Heller Unterwolle wird vor dunkler der Vorzug gegeben. Je dunkler das Deckhaar, desto besser. Der Nasenspiegel soll rosa sein, darf jedoch pigmentiert sein. Die Maske kann verschiedene Formen haben.

Albino:
Weißes oder gelbliches Tier mit roten Augen. Das Fell ist gleichmäßig durchgefärbt.

Siam:
(Auch: Light pastel, Dark pastel, Royal orange, Yellow, Sabel)
Frettchen mit weißer, gelber oder beige Unterwolle und hellrötlich bis hellbraunem Deckhaar. Je stärker die Zimtfarbe ausgeprägt ist, desto besser. Die Maske soll klar und möglichst deutlich sein.

Steppeniltis/Silver:
Frettchen mit weißer Unterwolle und hellbraunem Deckhaar. Je stärker die braune Fellfarbe ausgeprägt ist, desto besser. Die Maske soll klar und möglichst deutlich sein. Steppeniltisfrettchen werden leicht mit Siamfrettchen verwechselt. Sehr deutlich unterscheiden sich beide Farbvarietäten. Das Siam erscheint nahezu goldgelb, das Steppeniltisfrettchen dagegen grau.

Harlekin:
Jedes Tier mit angeborenem Scheckungsfaktor. Erwünscht sind: weißer Kehlfleck, weiße Pfoten, Schenkelflecken. Erlaubt ist Sichelhaar. Je klarer und deutlicher die Scheckung, desto besser wird das Tier bewertet. Die Maske darf fehlen.

Panda-Iltis:
Frettchen mit rein weißer Unterwolle und schwarzem, grauem oder silberfarbenem Deckhaar. Weiße Sichelhaare sind erlaubt, so fern sie gleichmäßig über den Körper verteilt sind. Wichtig ist, dass der Gesamteindruck leicht Silbergrau ist. Die Nase ist rosa, die Maske kaum ausgeprägt. Anzumerken sei, dass bei dieser Mutation anscheinend taube Tiere gehäuft auftreten.

Blackself:
Extrem dunkles, fast schwarz gezeichnete Frettchen. Die Unterwolle ist dunkelgrau oder dunkelbraun. Die Maske soll sehr deutlich ausgeprägt sein.

Snow:
Rein weiße Frettchen mit schwarzen Augen. Auch leicht gelblich gefärbte Tiere mit dunklen Augen

Angora-Frettchen:
Angorafrettchen (hier: Silver-Angora) haben ein extrem langes Deckhaar und kaum Unterwolle. Typisch für Angoras ist, dass diese Frettchen meist größer und schwerer werden als kurzhaarige Tiere. Im Sommer ist auch deren Fell nicht so dicht wie in der kalten Zeit. In Deutschland sind die langhaarigen Frettchen recht selten.



Druckbare Version