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Und es gibt sie doch - WUNDER

12.07.2019

Auf unserer Reise in die SMEURA, die wir im Mai 2019 besucht haben, entdeckten wir ihn - den kleinen, niedlichen Zwerg, der inzwischen liebevoll auf den Namen Jack getauft wurde.

Jack, geboren im rumänischen Tierheim, der noch vor einigen Wochen als namenloser Welpe mit seinen Geschwistern auf der Krankenstation lebte, ist überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen! Geboren ganz ohne Vorderbeinchen, hat er dort versucht, seinen Geschwistern irgendwie zu folgen. Laufen ging nicht also robbte und rutschte er auf den ausgelegten Decken irgendwie hinterher und wollte auf jeden Fall dabei sein. Für uns ein sehr emotionaler und herzzerreißender Anblick. Wir wussten sofort, dass dieser kleine Racker ganz oben auf unserer Ausreiseliste stehen MUSS. Denn Mitleid war hier der falsche Weg, vielmehr benötigte er ganz, ganz dringend unsere Hilfe zum Überleben. Hilfe, die bei 6.000 Schicksalen vor Ort einfach nicht zu leisten ist. Dafür gibt es viel zu viele Tiere, die auf Hilfe angewiesen sind. Unter ihnen sind unzählige alte, kranke, geschundene, schwer misshandelte, beeinträchtigte oder pflegebedürftige Schützlinge. Die tägliche Herausforderung für das Team vor Ort ist enorm und eine wahre logistische Meisterleistung. Wir waren zutiefst beeindruckt und können für dieses Engagement nur unseren ehrlichen Respekt aussprechen und uns ganz tief verbeugen.

Endlich war es dann soweit. Jack und seine Geschwister waren alt genug, um ausreisen zu dürfen. Auch ihre junge Mama, die bei uns inzwischen Pippilotta heisst und noch in Rumänien kastriert wurde, durfte ihre große Fahrt in eine hoffnungsvolle Zukunft antreten. Bereits 30 Minuten nach der Ankunft haben wir uns mit einem Othopädietechniker für Tiere in Verbindung gesetzt und einen umgehenden Beratungstermin vereinbart. Hoffnungsvoll begaben wir uns dann wenig später auf den Weg nach Rathenow zu Olaf Piritz. Beruflich als Orthopädietechniker für Menschen tätig, nutzt er seine langjährige Erfahrung und seine Fachkenntnisse für die Unterstützung hilfebedürftiger Tiere. In seiner Freizeit fertigt er seit etlichen Jahren mit sehr viel Herzblut und Leidenschaft orthopädische Hilfsmittel für Vierbeiner an.

Mit dem winzigen Jack im Schlepptau in Rathenow angekommen, wurde er zuerst einmal gründlich von Herrn Piritz untersucht. Er prüfte seine Reflexe, seine Muskulatur in den Hinterbeinchen und seinen Allgemeinzustand. Danach folgte dann eine ernüchternde Prognose. Jack hat langfristig überhaupt nur dann eine realistische Überlebenschance, wenn es ihm gelingt, seinen Stoffwechsel SOFORT in Bewegung zu bringen. Langes Liegen, Tragen oder Rutschen auf rauen Böden würden über kurz oder lang seinen sicheren Tod bedeuten, bedingt durch möglichen Darmverschluss oder eine Sepsis. Aber wir waren bereit, alles dafür zu tun, um dem kleinen Kerlchen zu helfen. Denn er ist ein Kämpfer mit sehr viel Lebensfreude. Geplant und vorbereitet war bereits, dass der niedliche Knopf noch am selben Tag in eine Pflegestelle ziehen sollte. Doch dann kam alles ganz anders…

Familie Piritz hatte sich wohl schon im Vorfeld, als sie die Bilder von unserem Sorgenkind via Whatsapp erhalten hatte, viele Gedanken über Jack gemacht. Nachdem sie erfragten, wie denn die reellen Vermittlungschancen für ihn momentan aussehen (gegen Null gehend), ließen sie plötzlich die Katze aus dem Sack!!!! Sie wollten Jack doch tatsächlich sofort adoptieren!! Was, wirklich? Wir mussten zweimal nachfragen. Unglaublich, denn damit hätten wir niemals gerechnet. Vollkommen unvorbereitet und von dem Angebot überrascht, konnten wir unser Glück kaum fassen. Jack sollte zukünftig ausgerechnet bei einem Orthopädietechniker für Tiere als geliebtes Familienmitglied leben? Was für eine glückliche Fügung! Denn egal, ob Pflegestelle oder Tierheim, wir hätten dem Zwerg niemals eine adäquate Betreuung und vor allem fachkompetente und engmaschige, professionelle Begleitung bieten können. Herr Piritz als absoluter Spezialist hingegen kann Jack täglich entsprechend seiner körperlichen Verfassung fördern und ihm die benötigten Hilfsmittel kontinuierlich anpassen. Denn Jack ist erst wenige Monate alt und befindet sich noch im Wachstum. Wenn das nicht der ganz große Jackpot ist! Und die gesamte Familie war sich einig - Jack sollte sofort bei ihnen bleiben. So traten wir mit einer leeren Transportbox aber unfassbar glücklich die Heimreise an. Bereits kurze Zeit später schickte uns Herr Piritz das erste Video. Jack bei seinen ALLERERSTEN Gehversuchen auf vier Beinchen (bzw. zwei Rollen und zwei Beinchen)!! Wir haben uns das Video unzählige Male angesehen und immer wieder liefen uns die Tränen vor Rührung. Doch Jack ist noch lange nicht über den Berg. Er hat noch einen langen Weg vor sich und muss nun täglich Übungen absolvieren und seine Rollirunden absolvieren. Das wird ihm kompromisslos abverlangt von seinem neuen, konsequenten Hundepapa, denn einfach nur lieb haben und verpäppeln ist keine Option. Erst die Übungen und dann kuscheln. In DER Reihenfolge und nicht anders. Und das ist perfekt so. Alles andere würde ihn nicht voranbringen. Inzwischen ist Jack auf dem Weg, ein ganz „normaler“ Jack-Russell-Terrier zu werden, der unbeschwert und fröhlich seine Umgebung erkundet. Er hat zwar keine eigenen Vorderbeinchen aber behindert ist er deshalb nicht, nur anders eben. Unser Süßer entwickelt sich hervorragend und kurvt mittlerweile immer sicherer mit seinem Gefährt durch die Gegend. Weiter so, kleiner Schatz. Olaf Piritz nennt ihn liebevoll sein kleines „Maskottchen“, denn in seiner heimischen Werkstatt bekommt er viele Besuche und Anfragen. Aus dem hilflosen Zwerg wird zusehends ein neugieriger und mutiger Rabauke, der genauso viel Blödsinn im Kopf hat wie seine Geschwister. Als Tierschutzverein haben wir es des öfteren mit Menschen zu tun, bei denen unserer Engagement für beeinträchtigte Tiere auf völliges Unverständnis oder Ablehnung stößt. Nicht selten wird uns die Frage gestellt, warum man „solche“ Tiere nicht einschläfert? Dem können wir nur Folgendes entgegnen: Wir hätten den Namen „Tierschutzverein“ nicht annähernd verdient, wenn wir uns ausschließlich um junge, gesunde, unkomplizierte und leicht vermittelbare Schützlinge kümmern würden! JEDES einzelne Tier hat ein RECHT auf Leben. Vorausgesetzt, es besteht die realistische Chance auf eine schmerzfreie und lebenswerte Zukunft. Nicht immer gelingt uns dies, doch wegsehen oder vorzeitig aufgeben wird für uns niemals infrage kommen. Der kleine Jack ist der beste Beweis dafür und deshalb werden wir auch GENAUSO weitermachen.

Abschließend möchten wir uns auf das Herzlichste bei Herrn Piritz und seiner Familie für die Unterstützung bedanken. Das können wir gar nicht oft genug sagen. Olaf, DU BIST UNSER HELD und wir können Dich nur wärmstens weiterempfehlen [ HIER KLICKEN ]. Manchmal muss man einfach seiner Intuition folgen und an Wunder glauben. Dann passieren sie auch…

Wir werden in loser Folge von Jacks Entwicklung berichten. Hier sehen Sie Jacks erste Erkundungstouren mit seinem Rolli.

 

Foto: Jack lernt laufen

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Es gibt sie doch - WUNDER! (12.07.2019)